Kurz gesagt
KI-Nutzung ist kein Ja/Nein, sondern eine Skala mit sechs Stufen: von Stufe 0 (keine KI) über Rechtschreibprüfung, Umformulierung, Recherche-Unterstützung und KI-gestützte Struktur bis zu Stufe 5 (vollständige Texterstellung durch KI). Die Skala ist bewusst fachunabhängig — sie funktioniert für einen Deutschaufsatz genauso wie für einen Marketing-Text.
Warum eine Skala statt einer Grenze
Die Frage „Ist KI-Nutzung erlaubt?" hat selten eine sinnvolle Ja/Nein-Antwort. Rechtschreibprüfung mit KI-Unterstützung ist etwas fundamental anderes als eine komplett KI-generierte Arbeit — trotzdem werden beide oft in einen Topf geworfen. Eine Stufen-Skala macht die eigentliche Frage diskutierbar: nicht ob, sondern wie viel und wofür.
DIE SKALA IM DETAIL
Die 6 Nutzungsstufen
Keine KI
Der Text entsteht vollständig ohne KI-Werkzeuge — die Referenzstufe, gegen die alle anderen verglichen werden.
Rechtschreibung & Grammatik
KI korrigiert Tippfehler und Grammatik, ohne Inhalt oder Formulierung zu verändern — vergleichbar mit einer klassischen Rechtschreibprüfung.
Umformulierung & Stil
KI hilft, bereits vorhandene eigene Sätze klarer oder stilistisch runder zu formulieren — der Inhalt bleibt vollständig vom Menschen.
Recherche-Unterstützung
KI hilft beim Sammeln, Zusammenfassen oder Einordnen von Informationen — die eigentliche Ausarbeitung und Formulierung bleibt beim Menschen.
(Teil-)Inhalte und Struktur durch KI
Die KI schlägt eine Gliederung oder einen Aufbau vor und erstellt einen Entwurf des Artikels. Der Mensch übernimmt manche Teile davon unverändert, formuliert aber das meiste um. Die KI schreibt vor, der Mensch formuliert um.
Volltextgenerierung
KI erstellt den vollständigen Text, der Mensch übernimmt ihn weitgehend unverändert. Die Stufe, auf die sich die meisten Diskussionen über „KI-Nutzung" eigentlich beziehen — ohne das zu benennen.
Die eigentliche Funktion dieser Skala: Sie macht KI-Nutzung transparent statt nur verbietbar. Eine Prüfungsordnung, eine Redaktionsrichtlinie oder eine Nutzungserklärung kann konkret festlegen, bis zu welcher Stufe etwas erlaubt ist - statt eine pauschale, kaum durchsetzbare Regel „keine KI" aufzustellen, die niemand konsistent prüfen kann.
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Die 6 Nutzungsstufen als druckfertige DIN-A4-Übersicht - zum Ausdrucken, Aushängen oder als Grundlage für eine eigene Richtlinie.
Häufige Fragen
Das hängt vom Kontext ab — eine Prüfungsordnung oder Redaktionsrichtlinie legt fest, welche Stufen erlaubt sind. Die Skala macht diese Entscheidung erst diskutierbar, sie trifft sie nicht selbst.
Nein, bewusst nicht. Dieselbe Stufe 3 (Recherche-Unterstützung) beschreibt sowohl eine Schülerin, die ChatGPT für Gliederungsideen nutzt, als auch ein Content-Team, das KI für Recherche-Zusammenfassungen einsetzt.
Lege pro Kontext fest, bis zu welcher Stufe Nutzung erlaubt ist, und verlange ab einer bestimmten Stufe eine Kennzeichnung. Das Bewertungsraster und die Nutzungserklärung in den Vorlagen bauen direkt auf dieser Skala auf.
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